Reenactment - oder living history...

Zunächst muss an dieser Stelle natürlich erklärt werden, was sich hinter den beiden Begriffen überhaupt verbirgt und selbstverständlich auch, was es eben nicht bedeutet.

Wikipedia sagt dazu:

"Mit Reenactment bezeichnet man die historisch korrekte Nachstellung von vergangenen Ereignissen wie beispielsweise Schlachten oder gesellschaftlich relevanten Ereignissen.

Per Definition handelt es sich um die bestmögliche, detailgetreue Wiedergabe einer Begebenheit in ihren Abläufen, historisch oder modern, möglichst am Originalschauplatz und zu den gleichen Bedingungen, die beim Originalereignis herrschten."

Und weiter heißt es dort:

"Die englische Bezeichnung Living History ist absichtlich doppeldeutig; die deutschen Übersetzungen „Lebendige Geschichte“ sowie „Geschichte erleben“ vermögen ihn nur gemeinsam wiederzugeben. Dennoch wird erstere bisweilen synonym für Living History verwendet. Ein verwandter Begriff ist ferner Reenactment; Personen, die Living History betreiben, werden auch als Reenactor bezeichnet.

Hauptsächlich wird Living History von Laien betrieben. Sie stellen einen frei gewählten Zeitraum dar, den sie mehr oder weniger fest umreißen. Das Ziel ist es dabei, die vergangene Epoche zu begreifen und sie Dritten begreifbar zu machen. Dieser didaktische Anspruch gegenüber Dritten findet sich jedoch nicht bei jedem Geschichtsdarsteller."

Für mich geht es dabei zum einen um die historisch weiterstgehend korrekte Dar- und Nachstellung der von mir gewählten Rolle - also eben des Bogenschützen Gaewfric - sowie der geschichtlichen Abläufe, die damit verbunden sind und zum anderen um das hiermit verbundene Erleben von Geschichte.

Natürlich ist mir klar, dass dem Ganzen Grenzen gesetzt sind, an die man sehr schnell stößt. Die moderne Gegenwart kann und will man in der Regel nie ganz ausblenden, auch wenn das sicherlich seinen Reiz hätte. Letztlich ist es aber ein Hobby, ein Zeitvertreib und soll Spaß machen. Dabei muss es finanzierbar und umsetzbar (zeitlich, wie auch logistisch) bleiben.

Die berümte "A" Frage - also wieviel Authentizität muss es sein - habe ich für mich recht einfach beantwortet. Soviel wie für mich in einem realistischen Rahmen machbar ist, wird getan. Faule Kompromisse sollten dabei ebensowenig eingegangen werden , wie übertriebener Ergeiz an den Tag gelegt werden sollte.

Zur Veranschaulichung soll ein einfaches Beispiel dienen:

Es ist selbstverständlich, dass meine Kleidung aus Wolle besteht und alle sichtbaren Nähte von Hand genäht sind.

Ich halte es aber für übertrieben, wenn ich das Schaf selbst geschoren, den Faden selbst gesponnen, das Tuch selbst gewebt haben muss, um das spätere Gewand als "A" anzusehen.

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